Trekking ohne Guide in Kirgisistan: Routen & Praxis
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Natur & Abenteuer

Trekking ohne Guide in Kirgisistan: Routen & Praxis

Von TiK Editors2. September 202612 Min. LesezeitAktualisiert 12. September 2026
Kurz gesagt

Ja, Kirgisistan lässt sich ohne Guide durchwandern. Die besten Routen für Selbstgeher, die man auslassen sollte, und die Logistik aus Karten, Wasser und Sicherheit dahinter.

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Ja, Kirgisistan ist eines der Länder Zentralasiens, in denen Trekking ohne Guide am besten funktioniert. Mehrere der bekanntesten Routen sind ausgetretene Trampelpfade, die weder eine Genehmigung noch Gletschererfahrung oder einen lokalen Vermittler brauchen – eine Offline-Karte, ein Zelt oder ein reserviertes Jurtenbett und etwas Mut reichen aus. Doch nicht alles eignet sich für Selbstorganisierte. Routen in der Grenzzone brauchen eine Genehmigung, vergletschertes Gelände braucht Seil und Bergführer, und eine Handvoll abgelegener Hochtraversen bestraft jeden, der sie auf die leichte Schulter nimmt. Dieser Guide trennt die Routen, die man allein gehen kann, von denen, die man besser lässt, und behandelt danach Navigation, Wasser, Camping und Sicherheit – die Logistik, um die sich Selbstgeher tatsächlich kümmern müssen.

Wer noch überlegt, ob überhaupt jemand mitkommen soll, liest zuerst geführt oder unabhängig durch Kirgisistan; diese Seite setzt voraus, dass die Entscheidung für die eigene Regie gefallen ist, und liefert das Wie. Den größeren Überblick über Routen, Jahreszeiten und Kosten gibt der Artikel Trekking in Kirgisistan.

Welche Treks ohne Guide machbar sind

Ehrlich betrachtet entscheiden drei Faktoren: Ist der Weg leicht zu finden, braucht er eine Genehmigung, und führt er über 3.500 m oder aufs Eis? Wer das im Griff hat, dem steht das Land offen. So ordnen sich die bekanntesten Routen ein.

RouteEignung ohne GuideWarum
Altyn-Arashan (ab Ak-Suu)HervorragendFolgt durchgehend einer Jeep-Piste und dem Fluss; nicht zu verfehlen; heiße Quellen und Gästehäuser am Ende
Tageswanderungen und Runden in JyrgalanHervorragendDie einzigen Routen des Landes, die von der lokalen DMO markiert und als GPX erfasst sind
Ala-Köl / Karakol-TrekGut, mit EinschränkungenBeliebter Trampelpfad, keine Genehmigung; aber ein Pass auf 3.860–3.900 m und ein böser Geröllabstieg, und die Standardroute akklimatisiert kaum
Song-Köl (Zustieg ab Kyzart)GutKlare Jailoo-Route zu einem See auf 3.016 m; Jurtencamps unterwegs; aber kein Handynetz, und die Rückfahrt muss organisiert sein
Kol-Tor und Kegeti (Tagestour)GutTageswanderungen in der Hauskette von Bishkek; steil und wurzelig, aber kurz und auf OSM verzeichnet
Ala-Archa zur Ratsek-HütteGutBeliebt als Tages- oder Übernachtungstour; der Haken ist der schnelle Höhengewinn aus tiefer Lage
Boz-Uchuk- / Keskenkija-RundenMittelVon der Jyrgalan-DMO markiert, aber mehrtägig, und das Zelt muss mit
Kel-SuuNein (Genehmigung)Chinesische Grenzzone; braucht eine Grenzgebietsgenehmigung, die einen Monat im Voraus beantragt wird, plus organisierten Allradwagen
Basislager Pik Lenin / Heights of AlayUnterstützung ratsamAbgelegen, trocken, Pässe über 4.000 m; Akklimatisierung und Nachschub sind allein ein echtes Problem
Inylchek, Khan Tengri, GletscherroutenNeinSeilgesichertes Gletschergehen und Spaltenbergung; Genehmigung nötig; Bergsteigen, kein Trekking

Die Routen, die sich allein lohnen

Altyn-Arashan ist der sanfteste Einstieg ins Trekking auf eigene Faust. Vom Dorf Ak-Suu (Teploklyuchenka) klettert eine grobe Allradpiste rund 12–15 km das Tal hinauf zu einer Gruppe von Gästehäusern an heißen Quellen auf etwa 2.400–2.600 m; sie folgt durchgehend dem Fluss und der Jeep-Piste und lässt sich nicht verlieren. Fünf bis sechs Stunden gehen, im quellgespeisten Badehaus einweichen und ohne Reservierung im Gästehaus schlafen. Alle Details stehen im Altyn-Arashan-Trekking-Guide.

Der Ala-Köl-Trek oberhalb von Karakol ist die Vorzeigewanderung des Landes und bestens ohne Guide zu gehen: keine Genehmigung, ein ausgetretener Pfad, und dank der Jurtencamps in Sirota und der Gästehäuser in Altyn-Arashan kommt man sogar ohne Zelt aus. Ein Spaziergang für Anfänger ist er trotzdem nicht. Der Pass liegt bei etwa 3.860–3.900 m (die Quellen widersprechen sich tatsächlich), der Abstieg führt 600–700 m über lockeres Geröll, wo Trekkingstöcke wichtiger sind als sonst irgendwo, und die klassische Dreitagesroute bringt einen von 800 m in Bishkek in 48 Stunden auf fast 3.900 m. Der komplette Routenverlauf, die Kosten und die Camp-Optionen stehen im Ala-Köl-Trekking-Guide.

Jyrgalan, ein ehemaliges Kohledorf 75 km östlich von Karakol, ist für Selbstgeher der am besten organisierte Trekking-Standort Kirgisistans. Die örtliche Destinationsmanagement-Organisation hat ihre Wege tatsächlich markiert und als GPX erfasst – von der leichten 12 km langen Tageswanderung zum Kok-Bel-Wasserfall bis zu mehrtägigen Runden wie Boz-Uchuk (3 Tage, ca. 46 km) und der Keskenkija-Runde. Es ist deutlich ruhiger als am Ala-Köl, und die Markierung ist in einem Land, in dem Beschilderung sonst fehlt, echter Luxus. Für die mehrtägigen Runden braucht man allerdings ein Zelt. Siehe den Jyrgalan-Trekking-Guide.

Song-Köl ist kein Trek im Sinne einer Passüberschreitung (man wandert nicht „am“ See, sondern nur hin und zurück), aber der Zustieg von Kyzart über Kilemche zum See auf 3.016 m ist eine schöne Zwei- bis Dreitagestour ohne Guide, mit Jurtencamps zum Übernachten – und zugleich einer der großen Jurtenaufenthalte des Landes. Der Haken liegt in der Logistik, nicht im Gelände: Am See gibt es kein Handynetz, keinen Geldautomaten und keinen Laden, man trägt also sein gesamtes Bargeld in kleinen Scheinen bei sich und organisiert vor allem die Rückfahrt, bevor man abgesetzt wird – sonst wartet man auf jemanden mit einem freien Platz.

Die Routen, die einen Guide oder eine Genehmigung verlangen

Drei Kategorien sollten Selbstgeher stoppen. Treks in der Grenzzone – Kel-Suu, Chatyr-Köl, das Ak-Sai-Tal, Inylchek, Khan Tengri, der obere Streifen von Chon-Kemin und die Karavshin-Schlucht – brauchen eine Grenzgebietsgenehmigung, die mindestens einen Monat im Voraus über eine Agentur in Naryn oder Karakol beantragt wird. Wer ohne sie auftaucht, verliert Tage an Fahrerei. Vergletschertes Gelände – der Inylchek-Gletscher, die Zustiege zu Khan Tengri und Pobeda, die höheren Ziele in Ala-Archa oberhalb von Ratsek – ist seilgesichertes Bergsteigen, das durch kein Maß an Selbstvertrauen zu ersetzen ist. Und die abgelegenen Hochtraversen des Pamir-Alai wie die Heights of Alay überschreiten Pässe über 4.000 m in trockenem, leerem Land, wo ein Fehler allein kaum zu korrigieren ist; hier geht man mit Unterstützung.

Karten, GPX und die Realität der Markierung

Am besten geht man davon aus, dass es keine Markierungen gibt. Für Wanderer, die alpine oder britische Wege gewohnt sind, ist das die größte Umstellung. „Abseits der Hauptrouten ist die Beschilderung dünn“ ist die höfliche Version; in Wahrheit haben die meisten kirgisischen Pfade überhaupt keine Markierungen. Die Hauptlinie zum Ala-Köl ist ein deutlicher Trampelpfad mit vereinzelten Steinmännern und Farbtupfern, bei gutem Wetter leicht zu verfolgen und bei Wolken am Pass und auf der Moräne wirklich verwirrend. Die Wege der Jyrgalan-DMO sind die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Navigiert wird also per Handy und GPX:

  • Offline-Karten: MAPS.ME und Organic Maps (beide auf OpenStreetMap-Basis) sind das Standardwerkzeug für Trekker, und Ala-Köl, Altyn-Arashan sowie die Jyrgalan-Runden sind alle auf OSM eingezeichnet. OsmAnd ist eine starke Alternative mit besserer Höhenliniendarstellung. 2GIS ist die beste Offline-App für Städte und Sammelverkehr. AllTrails funktioniert dort, wo Routen eingetragen sind, doch die Abdeckung ist hier dünner, als es die großen Treks vermuten lassen – am besten gegen OSM gegenprüfen und sich nicht allein darauf verlassen.
  • GPX-Tracks vor der Abreise herunterladen. Die Jyrgalan-DMO, KG Nomad und das Caravanistan-Forum veröffentlichen Tracks für die Hauptrouten; am besten lädt man sie in die App, solange noch WLAN da ist.
  • Papier als Rückfallebene: Der Österreichische Alpenverein gibt die besten Blätter im Maßstab 1:100.000 für Ala-Archa, Terskey/Karakol und das Khan-Tengri-Gebiet heraus. Die sowjetischen Generalstabskarten 1:100.000 haben die vollständigste Abdeckung und kursieren frei im Netz.
  • Der Mobilfunkempfang ist lückenhaft bis nicht vorhanden. Netz gibt es in Karakol, Ak-Suu und im Dorf Jyrgalan, nichts in den oberen Tälern oder am See. Auf „unterwegs nachschauen“ sollte man nicht planen.

Eine Powerbank gehört ins Gepäck; Kälte saugt Handyakkus in der Höhe schnell leer, und das Handy ist die Karte.

Wasser, Wildcampen und Nachschub

Wildcampen ist legal in Kirgisistan, und das macht unabhängiges Trekking hier zu einem großen Teil so frei. Zelten lässt sich auf den felsigen Terrassen am Ala-Köl (ca. 3.530–3.560 m, extrem exponiert und selbst im Juli nachts unter null) oder überall dort in einem Tal, wo es vernünftig erscheint. Abseits der touristischen Jailoos wird man oft in die Jurte eines arbeitenden Hirten gewinkt, und dabei fließt kein Geld – das ist nicht zu verwechseln mit den Jurtencamps für Touristen, wo bezahlt wird.

Alles Wasser filtern oder aufbereiten. Bäche gibt es reichlich, und sie sind kalt, aber jedes Tal wird den ganzen Sommer über von Schafen, Pferden und Rindern beweidet, und Giardien sind ein reales Risiko – kristallklares Wasser unterhalb eines Jailoo ist nicht sicher. Ein Filter oder Entkeimungstabletten sind Pflicht, nicht Kür. Am Passtag zum Ala-Köl ist der große Wasserfall die letzte verlässliche Stelle zum Nachfüllen vor dem Übergang.

Auf keinem dieser Treks gibt es Nachschub. Keine Läden in Sirota, am See oder in Altyn-Arashan über die Mahlzeiten im Gästehaus hinaus; das Dorf Jyrgalan hat ein paar winzige Läden, und das war es. Jeden Krümel Proviant kauft man in Karakol, Bishkek, Naryn oder Osh, wo es richtige Basare und Supermärkte gibt. Gaskartuschen (Schraubgewinde EN417) verkaufen Outdoor-Läden in Bishkek und Karakol, aber die Verfügbarkeit schwankt – lieber gleich nach der Ankunft kaufen als unterwegs. Und das gesamte Trekking-Bargeld nimmt man aus der Stadt mit: Bei Karakol hören die Geldautomaten auf, und an Parkeingängen, in Jurten oder Gästehäusern lässt sich nicht mit Karte zahlen.

Das Gemeinschaftsnetzwerk lässt sich unterwegs nutzen, ohne eine komplette Tour zu buchen: Die Homestays und Jurtencamps des gemeindebasierten Tourismus sind im Sommer spontan buchbar, und die Preise liegen oft deutlich unter denen der Buchungsportale.

Sicherheit, Registrierung und Rettung – zweimal lesen

Die realen Risiken beim Trekking in Kirgisistan sind Umweltrisiken, keine menschlichen: Bergwetter, Höhe, Flussquerungen und der Straßenverkehr auf dem Weg zum Ausgangspunkt, in dieser Reihenfolge. Kriminalität ist in den Bergen nicht das Thema.

Aber die Rettung sollte niemand überschätzen. Es gibt keine kostenlose, staatliche, garantierte Bergrettung nach alpinem oder nepalesischem Muster – das FCDO spricht von einem „einfachen, von Freiwilligen getragenen Bergrettungsdienst“ mit begrenzter Ausrüstung (24-Stunden-Nummer +996 312 651 404). Der praktisch tätige kommerzielle Anbieter verlangt eine Zahlungsgarantie – Versicherung, vorab unterschriebener Vertrag oder Bankbürgschaft –, bevor ein Einsatz überhaupt beginnt. Die Folgen für Selbstgeher sind konkret:

  • Eine Versicherung abschließen, die Trekking ausdrücklich bis zur maximalen Höhe abdeckt (3.900 m für den Ala-Köl, mehr für den Alay) sowie Hubschrauberrettung und Rücktransport. Standardpolicen deckeln die Höhe routinemäßig bei 2.500–3.000 m, was fast jeden bekannten kirgisischen Trek ausschließt. Die Policennummer so mitführen, dass eine Begleitperson sie findet.
  • Einen Satellitenmessenger mitnehmen (Garmin inReach, Zoleo) oder einen Notfallsender (PLB). Ohne Handynetz in den hohen Tälern ist das die einzige realistische Möglichkeit, vom Ala-Köl, aus Jyrgalan oder vom Song-Köl aus Alarm zu schlagen.
  • Jemandem Route und Rückkehrdatum sagen, Pässe vor dem frühen Nachmittag überschreiten (im Tien Shan bauen sich Gewitter ab dem späten Vormittag auf) und möglichst nicht völlig allein unterwegs sein.
  • Registrierung: Wer das visumfreie 30-Tage-Fenster überschreitet, muss sich registrieren – normalerweise erledigen das die Hotels. Eine zweiwöchige Trekkingreise betrifft das nicht, eine lange Überlandsaison womöglich schon; die aktuellen Fristen sollte man prüfen.

Gletscherflüsse sind die am stärksten unterschätzte Gefahr: Ein Bach, der um 8 Uhr knöcheltief ist, kann an einem heißen Tag um 16 Uhr oberschenkeltief sein. Früh queren, den Hüftgurt des Rucksacks öffnen, flussaufwärts schauen und bereit sein umzukehren.

Ausrüstung und Selbstversorgung

Ohne Guide heißt selbstversorgt. Die Nichtverhandelbaren: eingelaufene, wasserdichte Stiefel (abgelaufenes Profil ist die häufigste Sturzursache im Geröll am Ala-Köl); ein Lagensystem mit einer wirklich wasser- und winddichten Außenschicht; ein Dreijahreszeiten-Schlafsack für mindestens -5 °C, wenn hoch gezeltet wird; Trekkingstöcke; eine Stirnlampe; ein Wasserfilter; sowie eine Sonnenbrille der Kategorie 3–4 und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, denn die UV-Strahlung auf 3.500 m ist mit Schneereflexion brutal und Schneeblindheit ist real. Wer am See zeltet, statt Jurten und Gästehäuser zu nutzen, braucht ein windfestes Zelt. Alles Weitere steht in unserer Packliste für Kirgisistan.

Das Problem ist meist der Wind, nicht die absolute Kälte. Im Karakol-Tal können es tagsüber 25–30 °C sein, und in derselben Nacht fällt die Temperatur an einem Lager auf 3.500 m auf rund null Grad.

Höhe – das, was am meisten unterschätzt wird

Kirgisistan bringt einen schnell nach oben. Der Standard-Trek zum Ala-Köl überquert am zweiten Tag einen fast 3.900 m hohen Pass, gegangen von Leuten, die die Nacht davor auf 1.700–2.500 m geschlafen haben, oft direkt aus dem Bus von Bishkek. Genau dieses Profil erzeugt akute Höhenkrankheit, und die Höhe ist der häufigste Grund, warum Leute abbrechen. Die Lösung ist billig: zwei Nächte in Karakol vorschalten oder eine Nacht am Song-Köl oder in Altyn-Arashan einbauen und den Pass nicht auf den Tag nach der Anreise aus der Hauptstadt legen. Oberhalb von 3.000 m sollte die Schlafhöhe um höchstens 500 m pro Tag steigen, wo die Route es zulässt. Kopfschmerzen und eine schlechte Nacht sind halbwegs normal; Verwirrtheit, Koordinationsverlust oder Atemnot in Ruhe heißen: sofort absteigen. Das vollständige klinische Bild liefert der Guide Höhenkrankheit in Kirgisistan.

Wann sich Fahrer, Pferdeführer oder Lastenunterstützung statt eines kompletten Guides lohnen

Ohne Guide zu gehen ist keine Alles-oder-nichts-Entscheidung. Die klügsten unabhängigen Reisen kaufen genau die Unterstützung ein, die sie brauchen, und sonst nichts:

  • Einen Fahrer für die Abschnitte ohne öffentlichen Verkehr – die Abkürzung zur Sirota-Brücke am Ala-Köl (800–1.000 Som mit Allradwagen), die Jeep-Piste hinauf nach Altyn-Arashan, die Fahrt zum Song-Köl und zurück. Das ist die häufigste Einzelbuchung und schmälert das Wandern nicht.
  • Ein Packpferd samt Treiber (rund 1.300 Som pro Tag für das Pferd, ca. 2.000 Som pro Tag für den Treiber), wenn eine mehrtägige Runde ohne das Gewicht auf dem Rücken gelaufen werden soll. Man bekommt damit auch jemanden vor Ort, der die Furten kennt.
  • Einen Pferdeführer für die Zustiege zum Song-Köl, wo es ohnehin oft darum geht, im Sattel zu reisen; siehe Pferdetrekking in Kirgisistan.
  • Einen Guide nur dann, wenn die Route es verlangt – Genehmigungen für die Grenzzone, Gletschergelände oder die abgelegenen Alay-Traversen. Am besten über die lokale DMO buchen (Destination Karakol, Destination Jyrgalan) statt über eine Agentur in Bishkek, damit das Geld vor Ort bleibt.

Lust, eine Reise um eine dieser Routen herum zu bauen? Ein Blick auf die Trekkingtouren zeigt die geführten und unterstützten Varianten – oder hilft, den eigenen Plan ohne Guide auf Plausibilität zu prüfen.

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Häufige Fragen

Kann man in Kirgisistan ohne Guide trekken?

Ja. Kirgisistan gehört zu den Trekkingländern Zentralasiens, die sich am besten in Eigenregie bereisen lassen. Beliebte Routen wie Ala-Köl, Altyn-Arashan und die Wege um Jyrgalan brauchen keine Genehmigung und haben klare Pfade, denen man mit einer Offline-Karte folgen kann. Ausnahmen sind Routen in der Grenzzone (Kel-Suu, Inylchek, Khan Tengri), vergletschertes Gelände und abgelegene Hochtraversen, die Genehmigungen, Seiltechnik oder Unterstützung verlangen. Die meisten unabhängigen Trekker haben hier keine Probleme.

Welcher Trek ohne Guide eignet sich für den Einstieg?

Altyn-Arashan ab dem Dorf Ak-Suu. Die Route folgt einer Jeep-Piste und dem Fluss hinauf zu Gästehäusern an heißen Quellen auf rund 2.400–2.600 m, ist nicht zu verfehlen, dauert fünf bis sechs Stunden, und man kann ohne Reservierung im Gästehaus schlafen. Die markierten Tageswanderungen von Jyrgalan sind der andere leichte Einstieg. Den Ala-Köl-Trek mit seinem fast 3.900 m hohen Pass und dem Geröllabstieg hebt man sich auf, bis man akklimatisiert ist und weiß, wie man Höhe verträgt.

Braucht man für Trekking in Kirgisistan eine Genehmigung?

Für die beliebten Routen nicht. Ala-Köl und Altyn-Arashan brauchen weder eine Trekking- noch eine Grenzgenehmigung, nur die Eintrittsgebühr für den Karakol-Nationalpark (rund 250 Som pro Person plus etwa 100 Som pro Zelt, bar am Eingang). Grenzgebietsgenehmigungen sind dagegen Pflicht für Kel-Suu, Chatyr-Köl, das Ak-Sai-Tal, Inylchek, Khan Tengri, den oberen Streifen von Chon-Kemin und Karavshin – mindestens einen Monat im Voraus über eine Agentur in Naryn oder Karakol beantragen.

Welche Karten und Apps funktionieren offline beim Wandern in Kirgisistan?

MAPS.ME und Organic Maps, beide auf OpenStreetMap-Basis, sind das Standardwerkzeug und decken Ala-Köl, Altyn-Arashan und die Jyrgalan-Runden ab. OsmAnd ist eine starke Alternative, 2GIS ist am besten für Städte und Verkehr. GPX-Tracks lädt man vor der Abreise bei der Jyrgalan-DMO, bei KG Nomad oder im Caravanistan-Forum herunter. Die Abdeckung von AllTrails ist dünner als bei den bekannten Treks anderswo – lieber gegen OSM gegenprüfen, statt sich allein darauf zu verlassen. Und eine Powerbank gehört dazu.

Sind die Trekkingwege in Kirgisistan markiert?

Meistens nicht. Am besten geht man von null Markierung aus – für Wanderer, die alpine oder britische Wege gewohnt sind, ist das die größte Umstellung. Die Hauptlinie zum Ala-Köl ist ein deutlicher Trampelpfad mit vereinzelten Steinmännern, bei gutem Wetter leicht und bei Wolken am Pass verwirrend. Die Wege der Jyrgalan-DMO sind das einzige gut markierte Netz des Landes, physisch markiert und als GPX erfasst. Überall sonst navigiert man mit Offline-Karte und heruntergeladenem GPX – und sollte nicht darauf vertrauen, im Nebel einen Pfad zu erkennen.

Ist Wildcampen in Kirgisistan sicher?

Ja – Wildcampen ist legal und weit verbreitet, und das macht unabhängiges Trekking hier zu einem großen Teil so frei. Zelten lässt sich auf den Terrassen am Ala-Köl oder entlang jedes Tals. Die Risiken sind Umweltrisiken, keine menschlichen: Auskühlung und selbst im Juli Nächte unter null auf 3.500 m, dazu überall beweidetes Wasser, also alles filtern oder aufbereiten. In die Jurte eines arbeitenden Hirten gewinkt zu werden kommt vor und kostet nichts; für die touristischen Jurtencamps wird bezahlt.

Wie wird man gerettet, wenn etwas schiefgeht?

Mühsam – eine kostenlose, garantierte Bergrettung gibt es nicht. Der freiwillige Dienst hat begrenzte Ausrüstung (24-Stunden-Nummer +996 312 651 404), und der kommerzielle Anbieter braucht vor dem Start eine Zahlungsgarantie. Also eine Versicherung abschließen, die Trekking ausdrücklich bis zur maximalen Höhe plus Hubschrauberrettung abdeckt, die Policennummer mitführen und einen Satellitenmessenger (inReach oder Zoleo) einpacken, da es in den hohen Tälern kein Handynetz gibt. Und jemandem Route und Rückkehrdatum sagen.

Wann kann man in Kirgisistan unabhängig trekken?

Das Fenster reicht etwa von Mitte Juni bis Mitte September, wobei Juli und August die einzigen zwei Monate sind, auf die bei Pässen über 3.000 m Verlass ist. Der Ala-Köl-Pass ist von etwa Mitte Juli bis Mitte September verlässlich schneefrei und kann in jedem Monat Schnee abbekommen. Mai und Oktober sind Nebensaison, in der die halbe Route zu ist und die Jurtencamps noch nicht stehen. Hohe Pässe überquert man vor dem frühen Nachmittag, bevor sich Gewitter aufbauen.

Kann man den Ala-Köl-Trek ohne Guide gehen?

Ja, und die meisten tun es – keine Genehmigung, ein ausgetretener Pfad, und dank der Jurten in Sirota und der Gästehäuser in Altyn-Arashan braucht man nicht einmal ein Zelt. Leicht ist er trotzdem nicht: ein Pass auf 3.860–3.900 m, ein Abstieg über lockeres Geröll, bei dem Stöcke unverzichtbar sind, und so gut wie keine eingebaute Akklimatisierung. Am besten zwei Nächte in Karakol vorschalten oder eine Nacht am Song-Köl oder in Altyn-Arashan einbauen, Filter und Bargeld in kleinen Scheinen mitnehmen und den Pass vor 11 Uhr überqueren.

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